Eigenbluttherapie/Eigenblutbehandlung
Der Gedanke, mit Blut zu heilen, ist viele tausend Jahre alt. In allen Kulturen wurde Blut eine besondere Bedeutung zugesprochen. Heutzutage ist die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie wissenschaftlich nachzuweisen. Sie ist ein anerkanntes medizinisches Heilverfahren, das von vielen Ärzten und Heilpraktikern erfolgreich angewendet wird.
Die Wirkung des Eigenblutes
Blut hat vor allem Transportfunktion. Nährstoffe, Hormone, Enzyme, Sauerstoff und viele andere für den Stoffwechsel unverzichtbare Substanzen gelangen im Blut gelöst in die Zellen der Organe und versorgen diese so mit den lebensnotwendigen Vitalstoffen. Außerdem enthält das Blut aber auch die für die körpereigene Abwehr sehr wichtigen weißen Blutkörperchen. Einige dieser relativ kleinen Blutzellen werden im Organismus quasi zu "Spezialisten" ausgebildet und tragen immunologische Informationen. So genannte
Gedächtniszellen speichern z.B. Infektionen und Krankheiten, die man bereits durchgemacht hat. Die Fähigkeit anderer, differenzierter Zellen ist es u.a. Antikörper gegen körperfremde Stoffe bilden zu können, um somit für eine erneute, erfolgreiche Immunantwort auf die entsprechenden Keime zu sorgen. Zudem befinden sich im Blut auch auch alle nicht bewältigten Schadstoffe, die die körpereigene Abwehr bisher nicht unschädlich machen konnte. Wird der Organismus nun durch die Zufuhr des eigenen Blutes mit den Schwachstellen seines Immunsystems konfrontiert, wird er gezwungen, darauf zu reagieren und eine geeignete Immunantwort zu finden. Somit ist die Eigenbluttherapie eine Reiz- und Umstimmungstherapie für die Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte.
So reagiert der Körper
Da jede Eigenbluttherapie eine Reiztherapie ist, können im Laufe der Behandlung Reaktionen und körperliche Symptome auftreten, die nicht unbedingt angenehm sind. Dennoch sind sie aber für den Heilungsverlauf positiv zu bewerten. Es kann bereits nach der ersten Injektion zu einer erhöhten Körpertemperatur kommen und die Beschwerden können sich zunächst sogar verstärken. Diese Reaktionen sind jedoch keine Verschlechterung im negativen Sinn. Sie sind vielmehr ein Hinweis darauf, dass der Organismus auf den Reiz reagiert und begonnen hat, mit ihm zu arbeiten.
Bereits nach kurzer Zeit zeigt sich dann auch schon, dass sich der Körper an das "Immuntraining" gewöhnt hat. Daraufhin stabilisiert sich die Abwehr. Wenn das Immunsystem auf diese Weise ins Gleichgewicht gebracht und gestärkt worden ist, können chronische Beschwerden endlich ausheilen und der Körper ist gut geschützt gegen neue Infekte.
Vorgehen
Dem Patienten wird anfangs 0,5 ml venöses Blut entnommen. Das Blut wird evtl. mit einem pflanzlichen oder homöopathischen Medikament "verschüttelt", verdünnt und anschließend in dieser Mischung intramuskulär zurückgespritzt. Durch die Kombination von entnommenen Blut und Arzneimittel können zusätzlich noch spezifische Reize gesetzt und die zu heilende Krankheit damit gezielt behandelt werden. Die Dosierung des Eigenblutes wird langsam pro Sitzung gesteigert. In der Regen werden 8 bis 10 Sitzungen empfohlen, wobei die Behandlungstermine je nach Art der Erkrankung und nach Konstitution des Patienten individuell festgelegt werden.
Spezielle Behandlung für Kinder
Bei Kindern benötigt man lediglich einen einzigen Blutstropfen aus dem Finger oder dem Ohrläppchen. Dieser Blutstropfen wird nun nach den Grundregeln der Homöopathie verdünnt und verschüttelt (Potenzierung). So entsteht eine Reihe von Lösungen mit abnehmender Konzentration des Blutes. Diese Verdünnungen werden auch Nosoden bezeichnet und sie wirken wie eine Art Impfung mittels einer körpereigenen Substanz. Bei dieser Form der Behandlung setzt der Erfolg nicht so schnell ein; aber nach einigen Wochen zeigen sich ebenso gute Ergebnisse wie bei der klassischen Eigenblutbehandlung.
Anwendungsgebiete
Bei allen Krankheitszuständen, bei denen eine Aktivierung des Immunsystems und des Regulationssystems gewünscht wird, eignet sich die Anwendung der Eigenbluttherapie.
- Allgemeine Infektanfälligkeit
- Allergien (Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis, etc.)
- akute und chronische Erkrankungen
- entzündungs- und verschleißbedingte Gelenkerkrankungen
- Hauterkrankungen (Ekzeme, Furunkel, etc.)
- Stresssyndrome/Schlafstörungen
- chronische Darmentzündungen
- degenerative Prozesse (rheumat. Erkrankungen)
- usw.
Kontraindikationen:
- Tuberkulose
- schwere Leber- u. Nierenerkrankungen
- Thrombosen und Gerinnungsstörungen
- fortgeschrittene Krebserkrankungen